Rennbericht Salzburg 10.06.01

 

Freies Training: Ralf kam mit einem guten Gefühl auf die Highspeedstrecke von Salzburg, hatte er doch seine Konkurrenz in der Clio V6 Trophy hier eindeutig beherrscht.

Seine Vorliebe für diese Mutstrecke zeigte sich bereits im 1.freien Training am Donnerstag, wo er direkt mit der 4. schnellsten Zeit auf sich aufmerksam machte.Man war zufrieden und baute das Fahrwerk auf den nächsten Tag noch einmal um, in der Hoffnung sich weiter zu verbessern.Dies gelang auch im 2. freien Training am Freitag morgen, in welchem Ralf lange die 2. schnellste Zeit hinter Cecotto hielt, bis Lokalmatador Karl Wendlinger neue Reifen aufziehen ließ und damit dann die schnellste Zeit fuhr. Die Reifen sollten zum entscheidenden Faktor werden für's letzte freie Training am Nachmittag, wo es drum ging unter Qualifying-Bedingungen den Ernstfall zu Proben.

Während andere bis zu 3 neue Reifensätze verschossen, fuhr Ralf noch mit alten, stimmte sein Fahrwerk noch mal ab und bekam gegen Ende des Trainings vom finanziell nicht auf Rosen gebetteten Team Molitor dann doch neuen Gummi! Mit der nötigen Entschlossenheit fuhr er in der ersten Runde vom 6. auf den 2. Platz hinter Cecotto und schaffte dann in der 2. fliegenden Runde die Überraschung und setzte sich zur Freude seines Teamchefs Karsten Molitor an die Spitze der Zeitenliste!

Druckenmüller vor Asch, Cecotto, Tiemann, Wendlinger und Nissen, so lautete das Ergebnis des ersten Schlagabtausches!

Zeittraining: Nach der Bestzeit im freien Training machte sich die Mannschaft um Ralf Druckenmüller zurecht Hoffnung auf ein ähnlich gutes Ergebnis im Zeittraining, doch es sollte anders kommen....

Über Nacht schlug das Wetter um und nachdem man das Fahrwerk im Rahmen der knappen Zeit notdürftig geändert hatte ging man mit gemischten Gefühlen ins Regenqualifying. Trotz diverser Fahrwerksprobleme zeigte sich `Drucki` den Anforderungen gewachsen und konnte sich auf dem 5.Trainingsplatz etablieren. Doch die Leistung wurde nicht belohnt. Als am Schluß des Trainings die Zeiten noch einmal purzelten erwischte der Eifelaner keine freie Runde und qualifizierte sich als achter noch gerade für's Top-8 Qualifying. Die Bestzeit fuhr Roland Asch vor Cecotto, Tiemann, Scheckter, Thiim und dem Neuzugang Robert Lechner, der seinen Heimvorteil nutzte und mit den widrigen Verhältnissen bestens zurechtkam.

Top-8 Qualifying: Das Top-8 Qualifying, bei dem die ersten 8 Startplätze neu verteilt werden, hatte es wieder einmal in sich. Die Witterungsverhältnisse änderten sich soweit, daß man sich kurzfristig für eine Trockenabstimmung entschied, was dem Mendiger natürlich entgegen kam.

Die erste Startgruppe bestand aus Scheckter, Lechner, Studenic und Druckenmüller.

Den besten Start erwischte der Molitor-Pilot und schob sich schon vor der ersten Schikane an Studenic und Lechner vorbei. Scheckter war dann vor der Nocksteinkehre fällig und damit war der Weg frei und es lag nun an der Boxenmannschaft die Führung zu verteidigen. 

Die langjährigen Mechaniker von `Drucki`, Jochen Fahrner und Martin Groner zeigten eine Glanzleistung und legten einen superschnellen Pflichtreifenwechsel hin und somit ging man als Führender in die 2.Runde und übers Ziel.

In der zweiten Startgruppe kamen sich Tiemann und Thiim in die Quere, was Cecotto wiederum in einen Dreher zwang. Vorne machte sich Asch aus dem Staub, während die Irmscher-Truppe mit dem schnellsten Boxenstop Cecotto die Möglichkeit gab seinen Turn als 2. zu beenden, vor Tiemann und Thiim.

Nach Addition der Zeiten ergab sich folgende Startaufstellung:

Asch und ein zufriedener Ralf Druckenmüller in Reihe eins, dann Cecotto, Lechner, Tiemann, Scheckter, Thiim und Studenic.

Rennen: Leider wurden die Gebete des MRS-Team nicht erhört und rechtzeitig zum Rennen regnete es wieder anhaltend. Schon vor dem Start zeigten sich bei den meisten Fahrzeugen Probleme mit beschlagenen Scheiben. Durch die große Hitze im Auto und dem eindringenden Wasser war die Lüftung überfordert und auch Antibeschlagmittel schien nicht zu helfen.

 Schon in der Einführungsrunde verringerten sich die Sichtverhältnisse von Ralf auf die Größe eines Loches, welches jegliche Sicht zur Seite verhinderte.Ralf gewann dennoch den Start und fuhr vor Cecotto zur ersten Schikane, verpaßte aber durch die mangelnde Seitensicht den Bremspunkt und mußte durch das Kiesbett pflügen, was Cecotto die Möglichkeit gab vor der Nocksteinkehre vorbeizuziehen. Damit nahm das Schicksal seinen Lauf. Indem `Drucki` im direkten Windschatten von Cecotto fuhr verringerte sich die Luftzirkulation wie auch die Sicht gen null! Trotz aller Risikobereitschaft entschloß sich Ralf, als dann auch die Rücklichter des direkt vor ihm fahrenden Omegas verschwanden und er mit Tempo 250 völlig orientierungslos war, die Jagd abzubrechen! Bis sich wieder ein Guckloch bildete war er bis auf Position 4 abgerutscht auf der er dann auch den ersten Rennteil beendete. 

Roland Asch steht nach dem zweiten Dreher im Kiesbett, kann aber wieder befreit werden. Auch Tiemann fällt nach Kollision aus. Die Dramatik spitzt sich bei Cecotto als sich nach dem Boxenstop das linke Vorderrad löst. Der Venezolaner fährt in die Box und überquert dort die Ziellinie, doch er verliert bei der Einfahrt so viel Zeit, daß Robert Lechner als sensationeller Sieger des ersten Laufes abgewunken wird. 

Auch die Neutralisationsphase hat's in sich:

 Cecotto scheidet mit gebrochener Radaufhängung endgültig aus, Studenic und Schwister fliegen von der Strecke. Alle Fahrer haben Sichtprobleme.Lechner, Scheckter, Druckenmüller und Nissen führen das Feld in die zweite Rennhälfte.Auf der Gegengeraden dann erneuter Sichtverlust für Druckenmüller, er muß im Blindflug Nissen, Widmann, Simon und Asch ziehen lassen. Der Regen hat nun so stark zugenommen, daß bereits Bäche über die Strecke fließen. Diese werden Rumpfkeil und Mutsch zum Verhängnis, die Ihre Autos in der Mauer parken.Auch Wendlinger scheidet nach Unfall aus. Das Safety-Car kommt raus, doch die Bergung der havarierten Fahrzeuge gestaltet sich schwierig und in der langsamen Fahrt verschlechtern sich die Sichtverhältnisse der Piloten dramatisch. Die Umstände zwingen die Rennleitung schließlich das Rennen abzubrechen.Damit heißt der glückliche Sieger Robert Lechner, vor Scheckter, Nissen, Widmann, Simon, Asch und einem unzufriedenen Druckenmüller.