Rennbericht Lausitzring 15.06.02

 

Freies Training: Im freien Training wurde im Team MRS wieder Hauptaugenmerk auf eine Abstimmung gelegt die sowohl schnell, als auch auf eine Renndistanz ausgelegt ist. Da man aus Budgetgründen abermals auf die Verwendung neuer Reifen verzichten musste gestaltete sich dies äußerst schwierig und man war sich auch klar, dass Ralfs Zeit aus diesen Gründen nur fürs Mittelfeld reichen würde. Doch nach erneuten Änderungen am Fahrwerk gelang Drucki im 2.freien Training ein guter 10 Platz, der die Mannschaft rund um Teamchef Karsten Molitor hoffnungsvoll auf das Zeittraining blicken ließ.

 

Zeittraining: Das Wetter war die ganze Zeit schon wechselhaft und sollte im Qualifying eine entscheidende Rolle spielen. Die Bahn war trocken und alle Autos standen auf profillosen Slickreifen am Vorstart. Genau 10 Minuten vor dem Training fielen dann erste Regentropfen und als die Boxenampel auf grün geschaltet wurde war bereits die komplette Strecke feucht. Fast das komplette Feld hatte sich direkt an der Ampel aufgestellt um vielleicht noch eine Runde auf den Slickreifen fahren zu können, doch es erwies sich, dass die Strecke schon zu nass war und alle Fahrer ließen Regenreifen aufziehen. Es war allerdings zu keinem Zeitpunkt stark am regnen und die Strecke richtig nass, vielmehr kamen immer nur einige Tropfen herunter und viele Fahrer warteten auf eine abtrocknende Strecke. Auch Ralf fuhr nur wenige Runden zumal er sehr wenig Sprit an Bord hatte, da man ja von einem trockenen Qualifying ausging, wo man ja nur ein paar Runden fährt um die Reifen zu schonen. Als 10min. vor Ende die Bahn immer weiter auftrocknete entschloss sich Ralf, wie z.B. auch Cecotto auf Slicks zu wechseln. Nach 2 Runden allerdings ließ Drucki sich erneut die Regenreifen montieren, da es doch noch zu schmierig für die profillosen Pneus war. Zu allem Übel kam hinzu, dass er jetzt nur noch Zeit für eine gezeitete Runde hatte. Diese katapultierte ihn zwar wieder in die Top 12, jedoch konnten zwei Fahrer die hinter ihm ins Ziel kamen seine Zeit noch toppen und so kam es, dass Ralf als 14ter zum ersten Mal nicht am Top 12 Qualifying teilnehmen konnte. Ein schwacher Trost war, dass auch Cecotto der auf Slickreifen draußen blieb als 15ter zum zuschauen verdammt war. Mit den Verhältnissen am besten zurecht kamen die SST Piloten Thiim und Widmann, welche die erste Startreihe belegten, vor Lamy, Michels, Hohenadel und Asch.

 

Top 12 Qualifying: Ein erneut spannendes Stechen der Top 12 sah einen harten Zweikampf zwischen Mutsch und Lechner bei dem Letzterer auf der Strecke blieb, eine erneut überragende Zakspeed-Mannschaft, die den schnellsten Reifenwechsel hinlegte und einen überlegenen Sieger Pedro Lamy. Thiim wurde zweiter vor Hohenadel, Michels, Asch und Nissen.

 

Rennen: In der Startaufstellung kann man im hinteren Mittelfeld eine kleine Gruppe von Fahrern sehen, die untereinander beratschlagt und flachst wie sie am schnellsten zur Spitzengruppe vordringen. Ein recht normales Bild und meistens eher belächelt, doch dieses mal recht ernst zu nehmen, handelt es sich doch um die Herren Cecotto, Druckenmüller und Lechner die ungewohnt weit hinten im Feld stehen. Da das Feld im allgemeinen recht durcheinandergeschüttelt ist sieht man auch eine turbulente Startphase mit einigen Remplern und Querstehern. Ralf kann das Durcheinander nutzen und kommt nach der ersten Runde schon als elfter wieder. In der zweiten Runde ist er bereits zehnter und alles läuft nach Plan. In Runde 4 wird allerdings der Druck von Cecotto zu groß und Drucki lässt ihn passieren um sich hinten dran zu hängen. Gemeinsam holen sie weiter auf und können sich in Runde sechs an Hohenadel vorbeischieben. Dieser ist jedoch mit der Situation dermaßen unzufrieden, dass er Drucki ins Heck fährt und sich wieder vorbeischiebt. Damit ist der Anschluss an Cecotto dahin und auch Hohenadel konnte einige Meter zwischen sich und Druckenmüller setzen. Zwei Kurven später sollten dann jegliche Hoffnungen der MRS Mannschaft dahin sein. Beim Anbremsen des engen Linkshaken kurz vor der Start/Ziel Geraden rutscht Ralf kurz vom Bremspedal ab und schießt nun mit 4 stehenden Rädern in Richtung Kiesbett. Zu allem Unglück trifft der kreiselnde MRS Bolide auch noch den gerade in die Kurve einlenkenden Hohenadel und beide Autos landen havariert im Kiesbett. Zwar können sich beide auch wieder befreien, doch es sind viele Plätze verloren und Ralfs Auto ist stark verbogen, so dass seine Rundenzeiten nun um 1,5 Sekunden langsamer sind als vorher.

Teamchef Molitor handelt richtig und holt seinen Fahrer so früh wie möglich zum Pflichtstop herein, doch auch die neuen Reifen bringen wenig Besserung.

Das nächste Übel ist, dass die Motortemperatur weit in den roten Bereich hinein steigt und auch mit verminderter Drehzahl immer über 100 Grad liegt. Dieses hat natürlich auch zur Folge, dass die ohnehin schon unmenschliche Innentemperatur in einen Bereich steigt dem Ralf nicht mehr gewachsen ist und da sowieso keine Chance mehr auf eine vertretbare Platzierung mehr besteht gibt er in Runde 9 nach dem Restart erschöpft und enttäuscht auf.  Nach einer Kollision zwischen Asch und dem Führenden Thiim gewinnt Mutsch sein zweites Rennen in diesem Jahr vor Cecotto! Kris Nissen komplettiert das Siegerpodest und Cecotto ist nun wieder alleiniger Tabellenführer, vor Lechner, Lamy und Mutsch.

   09.07.02
© Jocky 2002