V8 Star Rennen am Nürburgring 21.07.2001

 

Freies Training: Das erste freie Training am Freitagmorgen war die erste und letzte Möglichkeit das Auto auf trockene Bedingungen abzustimmen, denn am vorausgegangenen Testtag und auch im 2. freien Training sollte es regnen. Dementsprechend ernst wurde es genommen und von den Teams eifrig neue Reifen montiert.

Drucki war zuerst noch auf alten Reifen unterwegs und versuchte Fahrwerksprobleme auszusortieren. Gegen Ende des Trainings montierte man dann die Quali-Reifen von Salzburg, die nur wenig gelaufen waren und wie auch in Salzburg benötigte der Mendiger lediglich 2 Runden um die schnellste Zeit zu fahren und nach einer weiteren Runde lag er gar mit unglaublichen 7 Zehntelsekunden vorne. Während Ralf noch einmal eine Fahrwerksänderung testete, zogen andere noch einmal neue Reifen auf und Nissen schaffte es bis auf eine halbe Sekunde heranzukommen. An 3. Stelle überraschte Widmann, vor Wendlinger, Tiemann, Cecotto und Asch.

Im 2. Training am Nachmittag fand man nasse Bedingungen vor und Regenspezialist Asch distanzierte die Konkurrenz um fast eine Sekunde. Thiim war 2. vor Drucki, der auch mit diesen Bedingungen bestens zurecht kam. Doch gegen Trainingsende begann es abzutrocknen und Drucki und viele andere Fahrer blieben in der Box um die Regenreifen zu schonen. Einigen war das egal und Cecotto ließ sogar noch einmal Slicks aufziehen. Wenig aussagekräftig so das Ergebnis, Cecotto vor Bert, Asch, Nissen, und Drucki auf 7.

Zeittraining: Aufgrund der Wetterbedingungen entschloß sich Team MRS für eine Runde neue Regenreifen anzufahren, bevor man dann auf Slicks wechselte und Ralf auf Zeitenjagd schickte. In den ersten beiden Runden schlichen sich Fehler ein, doch die dritte paßte: 1:44.75 bedeutete die vorläufige Pole mit 2 Zehntel Vorsprung. Ralf war  noch immer unzufrieden mit dem Set-Up und ließ noch einmal Änderungen vornehmen. Ein weiterer Versuch blieb jedoch erfolglos. Wendlinger zauberte nun eine Fabelzeit hin und übernahm mit 1:44.08 die Pole.

Das war das Signal für die Truppe um Teamchef Karsten Molitor, Ralf mit dem 2. Reifensatz auf die Reise zu schicken. Drucki konnte seine Zeit zwar bestätigen, doch eine Verbesserung war nicht drin und man entschloß sich in der Box abzuwarten. Als dann Tiemann kurz vor Ende auch noch 2 Zehntel schneller war, startete Ralf noch einen Versuch, mußte aber nach einigen Fahrfehlern aufgeben.

So lautete die Reihenfolge Wendlinger vor Tiemann, Drucki, Cecotto, Bert, Asch, Simon und Widmann.

Top-8 Qualifying: Da nicht 2 Autos eines Teams in einer Gruppe starten können, wurde Tiemann gegen Bert getauscht, was zur Folge hatte, daß Drucki in die erste Reihe neben Wendlinger rutschte. Der Österreicher konnte in der ersten Runde knapp die Führung behaupten als das Feld zum Pflichtstop in die Boxen fuhr. Nach einer bravourösen Leistung des MRS Teams konnte Ralf als erster wieder auf die Strecke gehen, knapp vor Sascha Bert, dessen Mannschaft den schnellsten Stop hingelegt hatten. Drucki baute seinen Vorsprung noch aus und überquerte mit der schnellsten Gesamtzeit die Ziellinie, was bedeutete: Erste Pole für Drucki!  In der anderen Gruppe gewann Asch, während Widmann disqualifiziert wurde, weil er zu spät in die Startaufstellung fuhr und Simon bekam eine 30 Sek. Zeitstrafe wegen Frühstarts.

Die Startaufstellung hieß also: Drucki vor Asch, Bert, Tiemann, Cecotto, Wendlinger und Simon.

Rennen: Der Druck der auf den Schultern des Pole-setter liegt ist enorm und als die Türen des Boliden nach dem 1Minuten Schild geschlossen werden, durchlebt Ralf „die einsamsten Sekunden eines Rennfahrers“!

START, Ralf kann die Führung knapp vor Roland Asch behaupten, dann folgen schon die Zakspeed Piloten Tiemann und Wendlinger vor Cecotto. Bert fällt bis auf Platz 11 zurück. Drucki kann sich nach und nach vom Feld absetzen und führt souverän mit über 2 Sekunden Vorsprung, als die Phase der Boxenstops beginnt.

Asch kommt in Runde 8 als erster und meldet Bremsprobleme, Drucki wird in Runde 10 hereingerufen, Tiemann eine Runde später und übernimmt so die Führung. Nun beginnt das Drama! In der letzten halben Runde vor dem Stop bemerkt Drucki, daß an der Vorderachse etwas nicht stimmt. Das linke Vorderrad hat sich gelöst und die Radmutter sich in die Sicherung eingearbeitet. Dies hat zur Folge, daß sich der Schlagschrauber nicht ansetzen läßt, die Mutter läßt sich nicht lösen und das Rad geht nicht runter.  Alles in allem dauert der Stop 2:37 min., welches Drucki an die 14.Position zurückwirft. Die Hoffnung auf einen Sieg war dahin, doch eine gute Plazierung immer noch möglich.

Nach der Neutralisationsphase folgt der fliegende Start in die 2., alles entscheidende Rennsektion.

Nach einer Runde ist Drucki schon 11. und als er den Hinterbänkler Oliver Mayer überholen will, blockt ihn dieser überraschenderweise mehrmals auf der Anfahrt zum Castrol-S  als Drucki ein letztes Mal versucht innen rein zu ziehen bremst Mayer unvermittelt, so daß Ralf nicht mehr ausweichen kann und Mayer rutscht in die Planken und dann ins Kiesbett. Zum Glück kann Drucki seine Fahrt problemlos fortsetzen und arbeitet sich in den nächsten 5 Runden bis auf Platz 7 vor und hat sogar noch Sichtkontakt zur Spitze, die mittlerweile von Cecotto vor Wendlinger und Tiemann angeführt wird. Ralf bereitet gerade den Angriff auf Sascha Bert vor, als vor der Dunlop-Kehre plötzlich wieder Olli Mayer auftaucht. Dieser läßt Bert passieren, gibt dann Vollgas und rammt Druckenmüller mit voller Wucht von der Piste. Er  kann sich zwar wieder aus dem Kies befreien, verliert aber 3 Plätze. Mayer wird daraufhin von der Rennleitung aus dem Rennen geholt, während Drucki erneut auf dem Weg nach vorne ist.

Vorne kann Cecotto knapp seine Führung vor Tiemann verteidigen und gewinnt sein drittes Rennen. Danach folgen Thiim, Wendlinger, Nissen, Asch und Drucki ist erneut auf den siebten Platz nach vorne gefahren.

Trotz des großen Pechs kann man im Team Molitor dem Wochenende doch noch gutes abgewinnen: Schnellster im freien Training, Pole-Position, 2. schnellste Rennrunde, 9 Führungsrunden und man hat bewiesen, daß man auch als kleines Team mit beschränkten Mitteln mehr als nur konkurrenzfähig sein kann. Bleibt nur zu hoffen, daß die Pechsträhne bald reißt und man endlich durch ein, der Leistung entsprechendes Ergebnis entlohnt wird.

 

 

© Jocky 2001                                           
22.07.2001