Rennbericht Assen Clio V6 Trophy 12.08.01

 

Freies Training: Ralf kam mit einem unguten Gefühl zur niederländischen Rennstrecke nach Assen. War er doch vorher noch nie hier gefahren im Gegensatz zu vielen anderen der Clio Piloten. Des weiteren fehlten ihm natürlich viele Testkilometer mit dem Auto, zumal es ja seit einiger Zeit ein neues Fahrwerk gab mit dem man noch keine Erfahrungen sammeln konnte. Zu allem Überdruß gab es zum 1. freien Training auch noch Regen und bald stellte man fest, daß es hier besonders glatt sein sollte. In jeder Ecke standen mehrere Fahrzeuge, das Training wurde mehrmals abgebrochen, man kam kaum zum Fahren. Fürs 2. freie Training trocknete es dann ab, doch immer wieder fielen vereinzelt Regentropfen, welche die Bedingungen erschwerten und in Verbindung mit einigen übermütigen Fahrern, die immer wieder für Gelbphasen und eine dreckige Strecke sorgten, keinen vernünftigen Test zuließen. Auch Ralfs italienisches Team AFC Motorsport machte es ihm nicht einfacher, da das Auto nie rechtzeitig fertig wurde und so wichtige Trainingsrunden versäumt wurden.

1.Zeittraining: Am selben Tag fand nun auch das erste Zeittraining statt und Ralf wunderte sich über die nun doch recht guten Gripverhältnisse. Er steigerte sich von Runde zu Runde, doch die fehlende Streckenkenntnis machte sich bemerkbar und Ralf fand sich im ungewohnten Mittelfeld wieder. Es gestaltete sich auch sehr schwierig eine Runde ohne Verkehr zu finden. Dies, viele Fehler und die abbauenden Reifen bescherten Drucki einen enttäuschenden 15. Rang. Schnellster war der amtierende Meister Luca Rangoni, vor Beltoise und Gabillon.

2. Zeittraining: Am Samstag mittag fand das 2. Zeittraining statt, nachdem es am Abend vorher heftige Diskussionen mit dem Teamchef aufgrund der schlechten Startposition gab, die über abenteuerliche Set- Up Ideen bis hin zum Motorwechsel führten! Nach mehreren Erklärungsversuchen von Ralf, wurde dann doch von größeren Änderungen abgesehen. Für diese Session gab es noch 2 neue Reifen, doch auch diese konnte der Eifeler nicht richtig nutzen, da er in den ersten Runden immer wieder durch langsamere Fahrer blockiert wurde. Gegen Ende fand er dann doch einige freie Runden und konnte seine Zeit um 2 Zehntelsekunden verbessern, die er dann auch konstant fuhr. Dieses Training beendete Drucki als zehnter, doch da das erste schneller war blieb er auf dem 15. Startplatz. Zumindest hatte man den Abstand zur Spitze deutlich verringert. Einzig und allein  Policand konnte sich auf den 4. Platz nach vorne schieben. Doch als man später herausfand, daß er das neue Fahrwerk wie auch Gabillon maßgeblich mitentwickelt hatte, wunderte dies auch niemanden mehr.

Rennen: Pünktlich zum Rennsonntag zogen dunkle Wolken auf, die nicht nur den Himmel sondern auch Ralfs Gemüt verdunkelten. Er wußte genau daß es im Mittelfeld in der Gischt der Vorausfahrenden zu einem Blindflug werden würde, und so war es dann auch. Es schüttete in Strömen und schon die Anfahrt auf die Spitzkehre nach Start/ Ziel war heikel, ging aber gut und Drucki konnte schon 2 oder 3 Plätze gutmachen. Doch als es dann auf die Gegengerade ging konnte man um sich herum gar nichts mehr erkennen. „Als sich vor mir einer drehte wunderte ich mich zuerst noch, waren wir doch auf einem geraden Stück unterwegs, doch einige Meter später spürte ich den Grund: Er war, wie nun ich, neben die Strecke gekommen und verlor das Auto auf der glatten Wiese. Ich konnte das Auto erst noch gerade halten, doch als ich meinem Vordermann auch noch ausweichen mußte war alles zu spät.“ Ralf drehte sich, rodelte mitten durchs Feld, wo ihn glücklicherweise keiner traf, und schlug auf der anderen Seite in die Reifenstapel ein, womit sein Rennen beendet war. Als sich die Gischt legte, standen nicht weniger als 6 havarierte Autos an der Unglücksstelle, wovon 2 als Totalschaden zu bezeichnen waren. Zum Glück gab es keinen Personenschaden, doch aufgrund der zahlreichen Autos und Wrackteile mußte eine Safety-Car Phase eingelegt werden.  Diese wurde dann trotz des enormen Sicherheitsrisikos später noch einmal aufgehoben und es gewann schließlich Rui Aguas vor Rangoni, Gabillon und Beltoise.  Die Bergung der verunfallten Autos hielt noch lange an, allein Team AFC hatte alle 3 Autos in der Regenschlacht verloren und Teamchef Aldo Brescia stellte zu Recht den Sinn des Re-starts in Frage!

 

© Jocky 2001
13.08.01