24h von Leipzig

 

Die 24 Stunden von Leipzig oder eine weitere Episode von "Pleiten, Pech und Pannen."

Die Vorbereitung auf das 24 Stunden Rennen der SAX-Racing Indoor-Kartbahn, nahe der Metropole Leipzig, konnte kaum besser sein.
Die Teamleitung vom Kart-World Racing-Team war wochenlang damit beschäftigt jedes Detail zu planen.
In Meetings wurden Taktiken erstellt, Computerprogramme zur Fahrtzeiten- und Spritberechnung erstellt, Material zusammengetragen und bis zum teameigenen Koch war alles vorhanden.
Die Fahrer bekamen einen Ernährungsplan (wer sich dran gehalten hat obliegt immer noch heftigster Spekulationen), es wurde auf der hauseigenen Kartbahn in Berlin und auf einigen Ausflügen nach Leipzig trainiert und sogar ein Abstimmungstest auf der Kart-World Bahn mit einem identischen Einsatzkart wurde absolviert.
Auch das freie Training am Vorabend mit den normalen Leihkarts war noch sehr motivierend, da man einige Bestzeiten vorlegen konnte.
Aber wieder einmal sollte alles anders kommen.

Bereits während des ersten freien Trainings mit den Einsatzkarts wurde klar das irgendetwas nicht stimmen kann. Das Kart-World Team, welches als einer der Favoriten gehandelt wurde, rangierte auf Mittelfeldplätzen mit weit über einer Sekunde Rückstand auf die Spitze.
Der Vergaser wurde gereinigt, Bremse und Zahnriemen kontrolliert, alles brachte nichts.
Doch nicht nur bei dem Berliner Team traten diese Probleme auf, es war ganz einfach so, dass bei den nagelneuen Karts eine riesige Streuung in der Leistung festzustellen war. Unterschiede bis zu 1,5 Sekunden waren der Fall und machten einen fairen Wettbewerb schon in der Anfangsphase unmöglich.
Nachdem man sich mit 1,3 Sekunden Rückstand gerade einmal auf dem 15 Platz qualifiziert hatte, war die Geduld am Ende.
Einige Teams drohten mit Ausstieg und es wurde heftig an den Karts gearbeitet.
Für "KWRT" gab es einen neuen Vergaser mit dem das Problem behoben werden sollte.

Der "Le Mans" Rennstart war recht unspektakulär und das Rennen nahm einen geordneten Lauf.
Das Warsteiner Team setzte sich von der Pole-Position aus in Führung, knapp gefolgt vom Team B&B Car Refinish.

An der Leistungsfähigkeit der Karts änderte sich allerdings nur selten etwas. Notgedrungen gab dann die Rennleitung die Ersatzkarts frei.
Beim ersten Fahrerwechsel zwischen Startfahrer Philipp Eng zu dem jüngsten Teammitglied David Böhrke, konnte dann ein Ersatzkart benutzt werden. Sofort war der Unterschied zu bemerken und David fuhr die Zeiten der Spitze.
Doch kaum kam die Hoffnung auf noch um die Spitzenplätze mitfahren zu können, wurde diese schon zerstört als David plötzlich auf der Strecke stand und winkend auf Hilfe wartete. Nachdem das Kart endlich an die Box geschleppt wurde, war der Defekt schnell gefunden: Das Antriebsritzel am Motor hatte sich gelöst und der Zahnriemen war abgesprungen. David machte sich wieder mit dem Originalkart auf den Weg, während die 20 minütige Reparatur begann.
Zu diesem Zeitpunkt war man bereits auf dem letzten Platz mit 8 Runden Rückstand und jede Aussicht auf eine vorderen Platzierung dahin, als erneut Aufregung entstand: David war unvermittelt an die Box gekommen mit der Aussage mit dem Kart sei es unnötig überhaupt zu fahren.
Nach erneutem Fahrerwechsel und Rundenverlust, folgte ersteinmal eine Standpredigt vom gesamten Team und alsbald erneuter Wechsel auf das nun reparierte Kart.
Nun kehrte langsam Ruhe ein und nach nunmehr 2 Stunden begann das eigentliche Rennen für die einstigen Favoriten.
Kevin Fank, Ralf und Maik Kraske machten mächtig Druck in den nächsten Stunden und konnten den Abstand zur Spitze halten und einige Positionen gut machen.
Auch die "Nachtmenschen" Roland Rehfeld und Stefan Haak zeigten eine hervorragende Leistung, wurden aber von einer Fehlberechnung der Tanklaufzeit eingebremst, der einen extra Boxenstop kostete.

Am nächsten Morgen waren die Positionen bezogen und veränderten sich kaum noch.
Das Ziel sich noch in die Top Ten vorzuarbeiten war mit Platz 9 vollbracht und der Abstand nach vorne zu groß für eine weitere Verbesserung.
Das Team Mazda Racing hatte sich mit konstanten Top-Zeiten aller Fahrer die Führung erkämpft und deutlich ausgebaut.

Die Fahrer vom KWRT vertrieben sich die Zeit damit, sich gegenseitig die teaminterne Bestzeit abzujagen, was fast in jedem der 1 Stunden-Turns gelang. Am Ende war es Formel BMW Fahrer Philipp Eng, der extra aus Österreich angereist war, und in seinem letzten Turn eine Bestzeit nach der anderen in den Asphalt brannte und die teaminterne Wertung gewann.

Doch nicht nur die Fahrer zeigten eine gute Leistung, im besonderen Teamchef, -manager und Hilfskräfte des Teams zeigten eine außergewöhnliche Leistung und waren 24 Stunden lang in vollem Einsatz!

In der Hoffnung das dies doch belohnt werden müsse, kündigte Kart-World Chef Thomas Schälicke schon an, nächstes Jahr einen erneuten Angriff auf den obersten Podestplatz zu starten!

 


Philipp Eng in action

 


Ratlosigkeit in der Technikabteilung

 

   

 


Fotos: Motorsport XL

05.02.2007
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